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Alarmstufe Ocker!

Wednesday, 16. April 2008



Seit einer Woche ist mein Leben in ein freundlich-frühlingshaftes Ocker getaucht. Grund dafür sind die Freunde von der gleichfarbigen Alarmstufe, die in munteren Häkelzirkeln bis spätnachts hier in der Küche beisammen hockt und allmählich alles unter herzallerliebsten Merchandising-Produkten versinken lässt. DIY ist und bleibt ein hochzuhaltendes Prinzip, und wer das nicht versteht, muss auch nicht weiterlesen. Alle anderen dürfen mit eben so viel Sympathie wie ich Alarmstufe Ocker beklatschen, das in einer bierseligen Minute aus der Taufe gehobene Bandprojekt von Conny, Jelka, Anna und Björn.

Jedenfalls wird die Aufregung vorm ersten Auftritt einfach weggestrickt. Der Erwartungsdruck an die junge Band ist schließlich auch immens, seit heute ein führendes Organ der internationalen Musikpresse den Hype ins Rollen gebracht hat. Man sagt dem Quartett dort und anderswo Referenzen von YYYs über Velvet Underground bis The Organ nach. Ein wenig fühle ich mich ja auch an meine Jugendheldinnen von Elastica erinnert. Und weil ich beim furiosen secret Generalproben-Gig spionieren durfte, kann ich aus vollem Herzen behaupten: Achtung! Neue Lieblingsband! Hier trifft sich Sympathie und wilder Tatendrang mit großem Talent für tighte Songstrukturen und absurde Textgesten. Wer sich außerdem mit Orgeleinlagen und lasziv ins Mikro gegröhlten französischen Versen anfreunden kann, sollte die Show am Freitag, 18. April, im Amp zu Münster unbedingt besuchen. Beginn ziemlich pünktlich um 21.30 Uhr.

Hörproben, die das Live-Erlebnis leider nur erahnen lassen, gibt es auf dem bereits solide verfreundeten myspace-Account.

23:14 | 0 Kommentare

digital image not available

Wednesday, 2. April 2008



Am Donnerstag, 10. April 2008, um 19:30 Uhr wird die Ausstellung digital image not available im F.A.K. eröffnet. F.A.K klingt nicht nur wie fuck, sondern steht auch für Förderverein Aktuelle Kunst Münster e.V., und der befindet sich samt Ausstellungsraum in der Fresnostraße 8. Fünf Künstler und Künstlerinnen aus den Bereichen Zeichnung und Video zeigen Arbeiten, die das Verhältnis zwischen diesen beiden Medien befragen. Laut Pressetext soll es darum gehen, "wie die neue Künstlergeneration die Kombination von klassischer Zeichnung und dem bewegten (& bearbeiteten) digitalen Bild nutzt, um beide Medien zu reflektieren oder zu kommentieren, bzw. um eines der beiden Medien zu verstärken oder zu entkräften". Kuratiert wird die Ausstellung von Christoph Platz und Barbara Hlali.
Das finde ich nicht nur höchst interessant, sondern möchte auch ausdrücklich jedem raten, sich diese in Münster seltene Gelegenheit zum Vernissagensektschlürfen und Distinguiertrumgucken nicht entgehen zu lassen. Mehr Informationen gibt es auf der von mir gebauten Website foerdervereinaktuellekunst.de.

09:50 | 2 Kommentare

Out! Now!

Tuesday, 25. March 2008



Foto: Malte / electricgecko.de
Am 28. März endet mein Hauptstadt-Intermezzo, und trotz oder wegen allem freue ich mich ziemlich, mal wieder einen Club mit vielen bekannten Gesichtern zu betreten. Zumal an eben jenem Freitag die große Heimspielsause im Amp steigt: Miyagi rufen Ice Cream und bitten zum Konzert. Wem der Song diesmal gewidmet wird und ob dabei ein Album Release gefeiert wird oder doch eher der Labelvertrag bleibt abzuwarten, auf jeden Fall wird gehüpft und gesprungen. Schon mal warmhören kann man sich bei Virb oder Myspace. Mit dabei sind die ebenfalls sehr ans Herz zu legenden Dewanto, und los geht es so gegen zehn Uhr für kleine fünf Euro. Danach gibt es die gute alte Fieber Tanzparty und ich hoffe auf zahlreiche Gesellschaft.

17:58 | 0 Kommentare

I even like the view out of my window

Tuesday, 18. March 2008



Hier passiert aber auch gar nichts mehr. Das soll nicht so bleiben, also unternehme ich was dagegen mit dem denkbar einfachsten Mittel: Ein Himmelfoto. So sieht's aus, wenn ich aus dem Fenster gucke, und das tue ich seit ein paar Wochen bevorzugt in Berlin. Ja, so schnell ändern sich die Pläne, und ja, es ist so schön hier, dass ich mich sogar über den beton- und kantenreichen Ausblick freue (vor allem die kleine Leiter ist enzückend).

Was ich hier mache? Die ein oder andere Website bauen, vor allem aber Stadtluft einsaugen und es mir gutgehen lassen: Um die Häuser ziehen mit Espy, hervorragend beschallen lassen von Martins Auflegekünsten, Biere trinken mit Emese, Kaffee und Nerdism mit Jan, Bilder ins Moleskine gezeichnet bekommen von Laura, mich zwischendurch kunsthistorisch fortbilden oder pleite shoppen und grandiose Magisterarbeiten korrekturlesen.

Ich mag die Stadt, die Menschen, ach ja, und: I like my life.

15:31 | 1 Kommentar

On ghosts

Friday, 18. January 2008



Mein Tag beginnt vor Sonnenaufgang, ist ein wirres Taumeln zwischen zu vielen Fenstern auf dem Bildschirm, zu viel ungespülten Kaffeetassen in der Küche und zu vielen vielen Dingen, die erledigt sein wollen. Irgendwo weit weg, aber eben schon sichtbar, kündigt sich mit Bauchschmerzen ein Ende an, wovon weiß ich nicht genau, vielleicht von Studium, Münster, jedenfalls der ganzen Situation, in der ich es mir gemütlich gemacht habe, mit all ihren Unbestimmtheiten. Jetzt plötzlich ist alles ernst geworden und die Menschen um mich herum schrauben an Abschlussarbeiten, Umzügen in neue Städte, Kaffeetrinken geht nur nach kollektivem Kalenderabgleich. Alle haben Pläne, ich auch, aber so richtig begeistert mich nichts. Zu viele Optionen, und ich werde den Verdacht nicht los, dass ich vor lauter Dingen, die ich unbedingt tun und schaffen und erledigen will, mit nichts davon auch nur beginnen kann. Nicht mit den zehn kleinen Nebenjobs, nicht mit der Magisterarbeit, schon gar nicht mit den zwanzig angefangen Skizzen, die mal gemütsbewegende Illustrationen werden sollen. Stattdessen prokrastiniere ich von einem Ablenkungsmanöver zum nächsten, rückversichere mich in einem permanenten Kommunikationswahn der Fleißigkeit und Zielstrebigkeit aller Menschen ringsum und falle spätnachts begeisterungslos und koffeinüberdreht ins Bett.
-
Matthew Woodson, der Illustrator, für den meine Bewunderung nicht abreißt, schreibt eben von seinem neu gestalteten Portfolio. Ich kann nicht sagen, wieso ich seine Bilder so liebe, aber gerade kann ich mich an fahlen Birken, blasser Haut und unbestimmter Traurigkeit in jeder Linie und Farbe so freuen, und denke: Genau so ist es, und finde eigentlich schon wieder: Deshalb ist alles gar nicht so schlimm.

22:19 | 5 Kommentare

Tage zählen.

Saturday, 29. December 2007



Noch zwei mal schlafen, dann ist dieses Jahr vorbei. Gut so, wird Zeit. War aber auch viel los bei mir, 2007. 12 Songs, die das untermalt haben und genau jetzt immer noch gut sind.

Patrick Wolf: Bluebells
Mein 24. Geburtstag, Köln, Patrick Wolf-Konzert. Perfekt. The Magic Position ist zwar pink und bunt und grell und irgendwie mag ich diese wunderbare Musik nicht mit der Masse teilen, aber hey. Ich bin ja 24 geworden und sollte über pubertären Sell-Out-Vorbehalten stehen.

The Rapture: Whoo! Alright-Yeah...Uh Huh
Genau, von wegen Sell Out, Kommerz und Popanbiederung. Mir doch scheißegal. Dazu muss ich und Du und jeder tanzen. Jetzt sofort, whoo, yay!

Cut Off Your Hands: You & I
Noch so ein Tanzding. Gut auch zum Anhören beim Verprügeln von Gegenständen.

Friska Viljor: Shotgun Sister
Friska Viljor sahen im Mai in Osnabrück aus wie die von Hedi Slimane generalüberholten späten Abba, sind dabei sehr groß, blond, bühnenpräsent und haben meine volle Sympathie.

Meursault: Blindfolds
Meursault sind unglaublich jung, kommen aus der Pfalz und klingen ein bisschen wie ein roher, böser Conor Oberst. Aber viel direkter. Liebenswert. Ich bin Fan.

Daniel Ortega: You don't know
Im Sommer mit dem Auto fahren, grüne Wiesen links und rechts, dazu Radiokitsch hören oder Daniel Ortega. Wieso ist der eigentlich noch nicht berühmt?

Miyagi: Whatever
... aus dem gleichen Grund wie Miyagi: Musikerleben und Selbstvermarktungstalent/-wille gehen hier eindeutig nicht Hand in Hand. Also werden Miyagi wohl auch 2008 die lokalen Clubs zum Explodieren bringen und mehr nicht. Aber reicht ja auch.

Feist: My Moon my Man (Boys Noize Remix)
Bratzig, brutal, total gut. Wie hier so ungeniert Feists zuckrige Stimme pervertiert und durch den Fleischwolf gedreht wird. Am liebsten gehört in der Watusi Bar Exotique von den Plattentellern der besten Frau der Welt.

Polarkreis 18: Dreamdancer
Winter, Pathos, Geigen, übersteigert, Realitätsflucht und so. Aua Herzschmerzen. Großartiger Song.

Pelle Carlberg: Clever Girls Like Clever Boys Much More Than Clever Boys Like Clever Girls
Der beste/wahrste/fragwürdigste Songtitel.

Beirut: Nantes
Beirut gingen seit dem frühen Sommer immer. Und täglich. Verkitschte Melancholie und großes nostalgisches Hineinlullen in osteuropäische Großstadtwehmut. Genau mein Ding.
Übrigens fällt mir auf, dass viele von Sarahs Bildern die Stimmung von vielen Beirut-Songs perfekt illustrieren. Und umgekehrt.

Frank Spilker: Ex-Lover's Paintings
Mein Jahresendhit. Ich muss dieses Tourposter irgendwie bekommen.
Verse zum Mitschreien um Mitternacht:

Maybe it's the nature of art itself
or whatever it is
that hurts.

18:38 | 4 Kommentare

Und was willst du später dann mal machen?

Friday, 14. December 2007



Ja, so viel steht fest. Man studiert Semester um Semester vor sich hin, wühlt sich durch ehrwürdig verstaubte Bücher des kunsthistorischen Instituts und verfasst in hermeneutischer Ehrfurcht/Abscheu elaborierte Bildanalysen. Begeistert sich für geheimnisvolle Apokryphen oder verfällt Künstlergenies. Und schreckt zwischendurch hoch, findet sich in einem abgedunkelten, ratternden Diavortragsraum wieder zwischen lauter blonden höheren Töchtern und fragt sich: Wie soll ich mit dem Scheiß eigentlich jemals Geld verdienen?

Christoph, Bastian und David haben mal eben eine Vortragsreihe auf die Beine gestellt, die unbedarften Kunstgeschichtlern auf die Sprünge helfen soll. Aufwachen, es gibt tatsächlich Berufe für Euch! So spannende Leute wie Kasper König (20.12.2007, 19 Uhr) stellen ihre Jobs und wie man dahin kommt vor, in der ohnehin sehenswerten zeitgenössischen Sammlung des Landesmuseums. Und das auch noch umsonst. Hingehen!

Termine auf der gerade von mir fertiggebastelten Website:
www.irgendwasmitkunst.com


16:53 | 0 Kommentare

Hot Topic: Sonja Eismann liest

Tuesday, 13. November 2007



Das müsst ihr unbedingt mitnehmen: Sonja Eismann, u. a. plastikmaedchen.net, früher auch mal intro, liest am 26. November in Münster aus ihrem ersten Buch Hot Topic. Die Anthologie - der Titel gemahnt offensichtlich an Le Tigre - handelt von Popfeminismus und vereint Beiträge von jede Menge guter Frauen (darunter Christiane Rösinger, Sarah Diehl, Elena Stöhr und Pauline Boudry). Der Reader kreist um Texte von/über Frauen zwischen Feminismus und Pop, Prekariat und Bohème. Sonja Eismann hat sie gesammelt und liest daraus vor. Vorher liest Kathrinaa aus ihren eigenen Texten.
Angeleiert hat das Britta vom wunderbaren monopodcast. und ich zitiere sie nur zu gerne:
"sagt es allen weiter, die es noch nicht wissen und klebt angehängten flyer an laternen, rucksäcke, schlitten und in euer studivz-profil. kommt zahlreich, wir freuen uns auf euch!"

Wir sehen uns am
Montag, 26. November 2007,
20 Uhr in der Frauenstraße 24.
Der Eintritt ist frei!

21:34 | 1 Kommentar

Neue Gegenwart 53: Alles ist durchleuchtet

Saturday, 10. November 2007



Die aktuelle Ausgabe der Neuen Gegenwart beschäftigt sich mit dem fehlenden Bewusstsein für Datenschutz im Internet. Über die freiwillige Selbstentblößung bei der munteren Identitätsgebastelei in Social Networks wie StudiVZ oder Myspace habe ich geschrieben, eine Illustration gitb es auch dazu, ebenso beim Artikel über Datensicherheit und Paybackkarten.

21:47 | 2 Kommentare

Bunt!

Tuesday, 9. October 2007



Endlich fertig. Das heißt: 40 Layer später, und ich weiß gar nicht, welche Version mir gefällt oder nicht.

Übrigens, Sarah hat endlich das Portfolio, das ihre Fotos verdienen. Und einen verdamt slicken Namen trägt es noch dazu. Toll, toll, angucken!

01:28 | 4 Kommentare

Aye!

Tuesday, 2. October 2007



Ja, vorbei ist sie, die Ausstellung, und siehe da, ich habe wieder Zeit zum Malen. Bunte Piratenkinder! Zum ersten mal bin ich einigermaßen mit Haaren und Faltenwurf zufrieden. Ja, das macht Spaß, ich mag meine Feder und mein Tintenfässchen wieder, und morgen ist Feiertag, da wird ausgemalt. Aber zuerst gibt es heute abend Party. Um 21 Uhr Konzert mit Daniel Ortega und den mir unbekannten, aber offensichtlich, äh, interessanten C-Mon & Kypski im Amp. Und danach entspanntes Musikhören in der Watusibar mit Maggie May. Ahoy!

12:41 | 1 Kommentar

Ach ja...

Saturday, 1. September 2007

... meine Freunde von Miyagi sind mal wieder auf der Bühne: Heimspiel im Gleis, heute, 22:30 Uhr, nur vier Euro inklusive Infectious-Restart nach der Sommerpause. Auch neu mit dabei: Jörn an der zweiten Gitarre. Ich freu mich und werde schon ab 19 Uhr bei der Nacht der Museen ein Tänzchen aufführen.

15:35 | 2 Kommentare

Hot Lips

Friday, 17. August 2007



Noch mehr von Aussterben bedroht als Plattencover sind vermutlich: Musikvideos. Umso schöner, wenn man gelegentlich Perlen findet und sich diese dann auf Endlosschleife bei youtube/myspace/whatever anschauen kann. Einer meiner Lieblingsillustratoren, Stephane Manel, hat das das Video "Hot Lips" für die Schweden Pacific gezeichnet. Disco, Disco, 80s, yay!

Video ansehen

15:42 | 0 Kommentare

Sleevage

Friday, 17. August 2007



Wer es heute noch nicht bei DiK gesehen hat, dem sei es hiermit ans Herz gelegt: Sleevage, ein Blog, der sich allein mit Plattencovern beschäftigt.

Sleevage is a blog all about music cover art. From the LP’s of the 60’s to the digital artworks of now. We’ll post the best or most interesting covers everyday in an effort to become the world’s best resource for great music artwork.

Gute Idee, großes Vorhaben. Sleevage kommt immerhin schon mal in angenehm schlichter Optik daher und archiviert Plattengestaltung von heute und früher. Dabei wird nicht bloß aufgelistet, sondern bei den besten Einträgen der Gestaltungsprozess gezeigt, Designern und Studios zugeordnet und kompentent kommentiert. Sehr schön, zumal das Cover-Artwork und der gestalterische Aspekt doch in der Musikjournaille fast grundsätzlich zu kurz kommt oder einfach mal ganz ausgeklammert wird. Dabei ist wunderbar gestaltetes, schweres Vinyl, das man in der Hand halten kann und das die Wohnung verschönert, doch einer der letzten schlagkräftigen Gründe, wieso man Musik nicht nur als mp3 anhäufen sollte.

11:36 | 3 Kommentare

Nachtrag

Tuesday, 14. August 2007



In Holland haben sie hinten auf den Lastwagen Monster aufgeschnallt, für den mobilen Einsatz in Notfällen jeglicher Art. Foto von Conny (die legt am Freitag übrigens in der Watusibar auf)

10:18 | 1 Kommentar

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